Was wäre, wenn das Beiläufige das Eigentliche wäre?

Ich arbeite an den Rändern des Offensichtlichen. Mein Blick gilt den Details urbaner Räume: architektonischen Fragmenten, Lichtkanten, Farben, Schatten. Was mich interessiert, liegt selten im Zentrum. Es liegt im Zwischenraum. In dem Detail, das niemals ein Postkartenmotiv werden wollte – und das genau deshalb eine stille, eigenwillige Wahrheit trägt.

Die Stadt als Resonanzraum

Städte sind für mich weit mehr als ihre ikonischen Motive. In ihnen begegnen sich Gegensätze, die nur dort zusammenpassen: Spektakuläres und Subtiles, Fassade und Authentizität, Tempo und Müßiggang. Diese Gleichzeitigkeiten prägen die Seele eines Ortes.

Wenn ich mich treiben lasse, verlieren bekannte Wahrzeichen ihre festgelegte Bedeutung. Der Eiffelturm, eingerahmt von Verkehrsgewimmel und der Patina des urbanen Lebens, interessiert mich mehr als das isolierte Monument. Formen, Linien und Licht verschmelzen dann zu einer Sprache, die Geschichten jenseits der Reiseführer erzählt. Und oft genug erreiche ich die berühmten Sehenswürdigkeiten gar nicht – weil es auf dem Weg dorthin zu viele Momente und Eindrücke zu entdecken gibt.

Kontemplative Fotografie – Sehen als Haltung

Ich bezeichne das, was ich tue, als kontemplative Fotografie. Das ist kein technischer Vorgang, sondern ein meditativer Entschluss, langsamer zu sein als die Welt um mich herum. Die Kamera fragt: Was siehst du wirklich? Und was übersiehst du gerade? Ich suche nicht nach dem perfekten Motiv. Ich warte auf Resonanz.

Fotografie ist für mich eine Form der Achtsamkeit – ein Weg, Welt nicht nur zu durchqueren, sondern sie zu bewohnen. 

Schönheit ist eine Frage des Blicks

Was ich selbst in der Begegnung mit Städten erfahre, teile ich auch: In fotografischen Walks, die ich in verschiedenen Städten anbiete, verbinde ich kontemplative Achtsamkeit mit dem Blick durchs Objektiv. Keine Kurse im technischen Sinne – sondern Einladungen zum anderen Sehen.

Die überraschendste Erfahrung dabei: Es sind oft die Menschen, die schon immer in ihrer Stadt wohnen, die am meisten staunen. Man kennt eine Stadt zu gut, um sie noch wirklich wahrzunehmen. Der tägliche Weg, das vertraute Viertel, die Hauswand, an der man seit Jahren vorbeiläuft – das alles wird unsichtbar, weil es zu selbstverständlich geworden ist. Mit der Kamera in der Hand und einer bewussteren Aufmerksamkeit verändert sich das. Plötzlich leuchtet eine Farbfläche, die man nie gesehen hat. Und ausgerechnet der Ort, den man immer als grau oder unfotogen abgetan hat, erweist sich als einer, der besonders viel zu erzählen hat.

Schönheit ist kein Privileg besonderer Orte. Sie ist eine Frage des Blicks.

Meine Fotografien finden ihren Weg zurück in den physischen Raum – als Editionen, Kalender oder Postkarten, wie sie in der Kunsthalle Mainz zu finden sind. Jede Karte trägt auf der Rückseite den Straßennamen des Aufnahmeorts. Eine Aufforderung: Geh selbst los. Schau hin. Vertraue deinem eigenen Blick.

Kontakt

hallo@andreasfuhrmann-photo.de
015128946446

Aktuelle Ausstellungen

Maritim, Urban, Minimal: The Pier Mainz:

So gesehen Hannover: Stadtteilkulturzentrum Freizeitheim Vahrenwald

Kommende Ausstellungen

Mainz Collective #3, Galerie H49, Mainz: Oktober 2026

Ingelheimer Lichtblicke: November 2026

Vergangene Ausstellungen und Projekte

 

 

Mainz Collective #2, Galerie H49, Mainz

„Vahrenwald Fokus“ – Stadtteilkulturzentrum Freizeitheim Vahrenwald, Hannover

„Licht wird Mensch“ Kunstkirche Pax Christi Krefeld

„Blicklichter“ Kloster Münsterschwarzach

„Blicklichter“ Katholische Hochschulgemeinde Hannover

Buch „VERSUCHE ZU LEBEN“ (zusammen mit der Fotografin Andrea Göppel) Kloster Münsterschwarzach.

„Leuchtstoffe“ – Bistum Aachen